Rudnytska

Milena

(1892–1976)

Vertreterin der politischen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit, Feministin, Parlamentarierin, Diplomatin, Journalistin, Schriftstellerin und Pädagogin, Herausgeberin von Frauenzeitschriften.

Unser Feminismus ist unsere feste Überzeugung, dass die ukrainische Frau bei der Schaffung einer nationalen Kultur und im Wettbewerb der Nation um Existenz, Willen und Stärke eine große Rolle spielen muss

Мілена Рудницька

Porträt von Milena Rudnytska, 2010
Künstlerin: Mariya Chorna

Geboren in der Region Ternopil. Sie studierte in Lwiw und Wien, wo sie ein Diplom als Lehrerin für Philosophie und Mathematik erhielt. Zunächst unterrichtete sie in Lwiw, widmete dann aber ihr Leben der Frauenbewegung. Als Journalistin arbeitete sie mit berühmten ukrainischen Zeitschriften zusammen, insbesondere redigierte sie die Frauenspalte der galizischen Zeitung «Dilo», die Zeitschriften «Zhinka» («Frau») und «Zhinotschyj Wisnyk» («Frauenblatt»). Seit 1929 leitete sie die «Union der Ukrainerinnen». Unter ihrer Führung zählte diese Organisation 60.000 Mitglieder, hatte eine verzweigte Struktur in Städten und Dörfern und entwickelte starke internationale Tätigkeit. Autorin zahlreicher Werke und journalistischer Artikel, darunter «Die ukrainische Realität und die Aufgaben der Frauen», «Westukraine unter den Bilschowyky», «Don Bosco. Mann, Lehrer, Heiliger», die sie feministischen, historischen, religiösen und staatlichen Themen widmete.

Milena Rudnytska beteiligte sich aktiv am politischen Leben der Ukraine: Sie war Abgeordnete der UNDO (Ukrainische Nationaldemokratische Vereinigung) im polnischen Sejm und Vertreterin der Kommission für auswärtige Angelegenheiten. Dank ihrer Reden auf den Kongressen des Völkerbundes erfuhr die Welt von der Befriedung, der Tragödie des Holodomor und der Unterdrückung der Ukrainer durch die Besatzungsmacht. Sie starb in München. 1993 wurde sie auf dem Lytschakiw-Friedhof in Lwiw umgebettet.