Surovtseva

Nadiia

(1896–1985)

Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin, Historikerin, Autorin von Memoiren. Die erste Frau, die einen Doktortitel in Philosophie erhielt.

Ich beschloss zu überleben... Ich musste meinen Körper und meine Seele bewahren... Sterben bedeutete zu verschwinden, ohne jemals das letzte Wort zu sagen... Die einzig mögliche Art des politischen Protests war zu überleben

Надія Суровцева

Porträt von Nadiia Surovtseva
Künstlerin: Stella Muntian

Eine der Tabufiguren des 20. Jahrhunderts, die zu ihrer Zeit als «bürgerliche Nationalistin» und «antisowjetische Autorin» bezeichnet wurde. Ihr war ein langes Leben voller neuer Entdeckungen und Veränderungen vorbestimmt, doch die pro-ukrainische Haltung dieser Frau beeinflusste ihr Schicksal maßgeblich.

Sie wurde in Kyjiw in einer Familie von Intellektuellen geboren und legte daher von Kindheit an großen Wert auf Bildung (sie studierte an der Universität St. Petersburg, später an der Universität Kyjiw und nach ihrer Emigration an der Universität Wien). Von 1919 bis 1925 lebte sie in Wien, wo sie Philosophie studierte und ihre Dissertation verteidigte. Anschließend lehrte sie an der Universität Wien.

Eine Intellektuelle und Polyglotte, eine herausragende Politikerin und Diplomatin, eine Mitarbeiterin des Sekretariats des Außenministeriums der Regierung von der Ukrainischen Volksrepublik. Als aktive Persönlichkeit der ukrainischen Frauenbewegung beteiligte sich Nadiia Surovtseva an der internationalen Frauenbewegung: Sie war Mitglied der ukrainischen Delegation der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit und Delegierte auf den Kongressen der Liga in Den Haag. Wien, Dresden, Amsterdam, Washington und Paris.

Opfer des stalinistischen Regimes. Nach ihrer Rückkehr in die Ukraine wurde ihr grundlos «polnisch-deutsche Spionage» vorgeworfen. Sie verbrachte fast 30 Jahre in den Konzentrationslagern auf Solowki, in Norilsk und Kolyma und erhielt jedes Mal neue Strafen.